Das sagt die Presse

  -  SEMIKRON und Familienfreundlichkeit



Familienfreundliche Unternehmen: SEMIKRON

Ausruhen oder Englisch lernen?

- Artikel von Alexandra Mayerhöfer, © NÜRNBERGER ZEITUNG -

Die IHK und das Bündnis für Familie hatten in Nürnberg Unternehmen zur Teilnahme an dem von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt ausgelobten Wettbewerb "Erfolgsfaktor Familie" aufgerufen. 15 Betriebe aus der Region beteiligten sich, darunter die SEMIKRON International GmbH.
Wenn‘s gar nicht anders geht, dann übergibt die Mutter dem Vater die beiden kleinen Kinder schon mal beim Schichtwechsel am Werkstor der SEMIKRON GmbH. Er tritt dann seine Spätschicht an, und sie nimmt den Nachwuchs wieder mit nach Hause. Familienfreundlich ist das nur bedingt, deshalb muss schnellstmöglich eine Kindertagesstätte her, die dafür sorgt, "dass es eben nicht nur einfach irgendwie geht", sagt Bettina Heidenreich-Martin.
Seit zwei Jahren kümmert sich die dreifache Mutter und studierte Pädagogin intensivst um den Neubau einer Kindertagesstätte, damit solche Probleme künftig der Vergangenheit angehören. "Weil‘s mich einfach geärgert hat, dass es keine vernünftigen Betreuungsangebote gibt", sagt sie. Ihre erste Tochter kam zur Welt, als sie selbst noch Studentin war. Eine Kita zu finden war damals völlig aussichtslos. Heute ist Heidenreich-Martin davon überzeugt, dass sie mit ihrem Bedarf nicht alleine dasteht.  

Schichtbetrieb ist nicht die einzige Schwierigkeit

Zwei Drittel der knapp 1000 Talente in der SEMIKRON-Zentrale in Nürnberg arbeiten in der Fertigung. In der Mehrzahl Frauen stellen Leistungsmodule etwa für Windkraftanlagen, Straßenbahnen oder Aufzüge her. Der Schichtbetrieb ist dabei längst nicht die einzige Schwierigkeit bei der Verbindung von Beruf und Familie. "Teilzeit kommt für viele schon allein aus finanziellen Gründen gar nicht in Frage", sagt Personalreferentin Cora Endres. Sie zählt zu dem restlichen Drittel der Angestellten bei SEMIKRON und ist außerdem eine von 51 Teilzeitkräften in der Firma.
Montags, mittwochs und den halben Freitag ist sie im Unternehmen, den Rest der Zeit kümmert sie sich um ihr dreijähriges Kind. Sie ist froh, nach zweieinhalb Jahren Heimarbeit mit nur wenigen Stunden in der Firma wieder mehr mit ihren Kollegen zusammen zu sein. "Das erste halbe Jahr zu Hause nach einer so kommunikationsintensiven Aufgabe war schwierig", sagt sie. Nach durchschnittlich nur einem halben Jahr kommen viele der angestellten Mütter heute bei SEMIKRON aus der Elternzeit zurück.
Von den acht Akademikerinnen, die in jüngster Zeit Mutter wurden, sind inzwischen alle wieder an ihre Schreibtische zurückgekehrt oder mit Heimarbeitsplätzen ausgestattet worden. Nicht nur darauf ist Personalleiterin Daniela Lieber stolz, sondern vor allem auch auf die Tatsache, dass junge Frauen mit Kinderwunsch selbstverständlich eingestellt werden.
"In einem meiner letzten Vorstellungsgespräche fragte mich eine Physikerin ganz direkt, wie wir zum Thema Familie stehen", erinnert sie sich. Die Kandidatin erklärte, dass sie in zwei oder drei Jahren ein Kind haben wolle - und wurde trotzdem eingestellt. "Vor fünf Jahren hätten wir da vielleicht schon noch gezuckt", räumt die Personalchefin ein.
Nicht zuletzt der Wettbewerb "Beruf & Familie" habe dafür gesorgt, dass vieles vom familienfreundlichen Klima sichtbarer wurde. Die Teilnahme sei aber keineswegs der Grund für ein soziales Engagement des Unternehmens gewesen, erinnert sich Lieber. Menschen als reine Produktionsfaktoren habe es in dem Familienbetrieb in keiner der drei Generationen jemals gegeben. Der Privatmensch Talent habe schon immer eine größere Rolle gespielt als andernorts. "Familienfreundlichkeit tatsächlich zu leben ist uns wichtiger als ein Audit", sagt die Personalchefin. Bestätigung für diese Politik findet sie in den vielschichtigen Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Belegschaft.
SEMIKRON gilt als verlässlicher Arbeitgeber. Der größte Wert liegt dabei aber nicht auf einer einzelnen Maßnahme, sondern auf der Summe an Kleinigkeiten wie ein Starterpaket mit schönen Babysachen für neue Eltern, ein Buch "Kind in Nürnberg und Fürth", gemeinsame Ausflüge mit den Familien der Talente und das soziale Engagement aller.
Natürlich spielt auch die Flexibilität durch Heimarbeit und Teilzeit mit Modellen zwischen acht und 30 Stunden pro Woche eine wichtige Rolle.
"Ein notwendiger gesamtgesellschaftlicher Schritt ist und bleibt aber die Frage der Betreuung", betont Heidenreich-Martin. Ihre Vision einer Kindertagesstätte will "etwas Festes neben dem Zuhause" schaffen und aufräumen mit dem Stigma der Mütter, die ihre Kinder ständig zwischen Nachbarin, Tagesmutter und Oma hin und her schieben müssen.

Lieber in den Musikraum als in den Garten?

In der geplanten Kindertagesstätte, deren Bau im Moment von der Zusage der Fördergelder der Stadt Nürnberg und Bayerns abhängt, sollen eine Kinderkrippe und ein Kindergarten integriert werden. 74 Kinder können so über mehrere Jahre bleiben und "hineinwachsen".
Die Kinder entscheiden, was sie tun, so lange Mama und Papa arbeiten sind: Vom Medienraum, über die Werkstatt, den Ruheraum bis hin zum Musikraum und Garten sollen keine Wünsche offen bleiben.
Verschiebbare Wände sorgen für vielseitige Einsatzmöglichkeiten, Fremdsprachen zu lernen, überhaupt Bildung zu vermitteln, soll kein Tabu sein. Vorbild für eine solche Einrichtung hatte Heidenreich-Martin kein bestimmtes - sie weiß nur: "Die Zeit ist reif."

 

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